Beyond Fashion Summit Berlin – alles über ethische Mode…

erstellt am: 24.10.2011 | von: Marlowe nature | Kategorie(n): Allgemeines


Beyond Fashion Summit Berlin – alles über ethische Mode…

Es war eine interessante, straff  und gut durchorganisierte Veranstaltung, die da in Berlin stattfand, – voll mit Informationen und guten Gesprächen!
Die Organisatoren im Vordergrund waren Fredericke Winkler, Lena Nocke und Frans Prins, im Hintergrund noch einige andere, u.a. Magdalena Schaffrin.Das Ganze fand statt in den Räumen der Modeschule Esmod, u.a. als Auftaktveranstaltung für den neu geschaffenen Masterstudiengang “Sustainability and Fashion”, der internationale Teilnehmer hat, so dass dort auf englisch unterrichtet wird.

Auf der Rednerliste standen ausserhalb der grünen Textilbranche unter Anderen

- Francois Girbaud ( persönlich ) vom Modekonzern Francois Girbaud, der über Sandstrahlen von Jeans und eine Alternative dazu sprach. Ersteres hatte er in den 70ern erfunden, letztere ist seit 2003 in der Entwicklung und wohl jetzt ausgereift.
- Green Peace International mit einem Videointerview über ihre tolle Detox Campagne mit Adidas, Nike und Puma,
- Sublime aus England, ein Verlag, der erfolgreich ein Hochglanzmagazin über nachhaltigen Konsum vertreibt

und etliche andere Vortragende, u.a.  ein Anwalt über Rechtsfragen im Produktionsprozess, eine Sachbuchutorin aus England, eine schwedische Designerin über Nachhaltigkeit im textilen Produktionsprozess, ein Dozent über Fair Trade, der französische Initiator von Misericordia aus Peru, jack Wolfskin über ihre Arbeitsbedingungen und da Wanda über ihr Geschäftsmodell.

Die vollständige Rednersliste gibt es dort:
http://www.beyondberlin.com/summit/program

 

Vom Saulus zum Paulus

François Girbaud, Erfinder des Stonewashing in den 70er Jahren, hat sein Leben in der Jeansbranche damit verbracht, an innovativen Denim-Technologien zu tüfteln und sie kreativ umzusetzen. Nun verurteilt er das Sandstrahlen der Jeans, an dessen Erfindung er in den 70er Jahren selbst maßgeblich mitgewirkt hat und stellt neue, gefahrlosere Techniken vor:

“…Das Sandblasting… hat tödliche Auswirkungen. Die Leute, die damit weitermachen, vergehen sich an der Menschheit. Darüber hinaus weiß man heute mehr über die Schäden, die die Chemie in der Umwelt hinterlässt. In der Jeansbranche werden jährlich 900000 Tonnen chemischer Mittel in die Abwässer geführt. Das hat in den 70er Jahren angefangen, und die Irrtümer, von denen wir in den 80er Jahren noch keine Ahnung hatten, sind heute quantifizierbar.
… Man muss die Leute durch Überzeugung dahin bringen, dass das aufhört.
Jetzt habe ich… ein neues Verfahren entwickelt, das Laser mit Ozon verbindet. Das Ergebnis ist spektakulär. Man kann die Effekte variieren. Es senkt den Wasser- und Energieverbrauch bis zu 70%, den Verbrauch von chemischen Mitteln um 90%…” (Quelle: Textilwirtschaft)

Kuyichi bleibt im grünen Boot

Für uns selbst war einer der Höhepunkte neben dem Greenpeace Interview und dem Beitrag von Francois Girbaud natürlich die Begegnung und die Podiumsdiskussion mit Teilen der Führungsriege von Kuyichi, die aus Holland angereist waren. Sie stellten sich den Fragen Kirsten Broddes (Autorin von “Saubere Sachen”) , die zusammen mit Lars Wittenbrink von “Korrekte Klamotten” und der Stiftung Warentest auf dem Podium saß und wissen wollte, ob sich Kuyichi mit ihrer Jeans – Produktion noch weiter auf dem Grünen Pfad bewegt.
Zu unser aller Erleichterung und Freude kam von ihnen ein eindeutiges Bekenntnis zu Ökologie und Fairness, dem Taten folgen sollen in Form einer international anerkannten Zertifizierung und einer noch größeren Transparenz, so dass auch die Verbraucher zukünftig anhand der Kuyichi Website nachvollziehen können, wo und wie ihre Jeans produziert wurden. Stiftung Warentest musste sich die Frage gefallen lassen, warum ein soziales Engagement und Zertifizierungen der Grundstoffe nicht in ihren Bewertungskodex einfliessen, so dass eine H & M Jeans besser abschneiden konnte als eine “Öko” – Jeans.
- Dafür scheint es tatsächlich keine Kriterien zu geben…

foto: lebenskleidung

Am Ende der Veranstaltung haben wir uns sehr herzlich bei den Veranstaltern für die Einladung bedankt und ihnen zum guten Gelingen einer mit vielseitigen Informationen und interessanten Redebeiträgen voll gepackten Tagung gratuliert, eine Leistung, die sie trotz eines wohl sehr übersichtlichen Budgets souverän, technisch ausgereift und überaus charmant gemeistert haben!


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